12.11.2017

32. Sonntag im Jahreskreis
Mt 25, 1-13

Eine Hochzeit im Orient ist ein ganz besonderes Fest, ein Fest, das das Einerlei des Alltags unterbricht und die Menschen in Gemeinschaft des Feierns zusammenführt. Dabei läuft ein strenges Ritual ab, das in der Zusammenführung und Begegnung von Braut und Bräutigam gipfelt.
Wegen der hohen Bedeutung von Hochzeit im menschlichen Bereich wurden in der Heiligen Schrift oft die Vorgänge und Abläufe einer Hochzeit als Bild für die Begegnung Gottes mit dem Menschen verwendet. Bei den Propheten wird Gott gern als werbender, liebender und zärtlicher Bräutigam gezeichnet, der um seine Braut, das Volk Israel, wirbt.
Diese Hochzeitssymbolik und Brautmystik steht auch im Hintergrund unseres Gleichnisses von den zehn Brautjungfrauen. Bei diesem Gleichnis wird ein Ausschnitt aus dem orientalischen Hochzeitsritus verwendet, um religiöse Wahrheiten zu sagen, um Glaubenshaltungen zu lehren.
Bei der orientalischen Hochzeit finden die Trauung und das Fest im Haus des Bräutigams oder des Bräutigamsvaters statt. Die Braut bleibt so lange im Elternhaus, bis sie der Bräutigam mit seinen Freunden von dort abholt. Das ist zeitlich festgelegt; der Bräutigam kann sich aber verspäten; dann heißt für die Braut und ihr Gefolge, gespannt zu warten und ständig bereit zu sein für die Ankunft des Bräutigams. Dann entwickelt sich ein feierlicher Zug zum Haus des Bräutigams, und das Fest erreicht seinen Höhepunkt.
Unser Gleichnis nimmt als Momentaufnahme der Hochzeitszeremonie das Warten im Haus der Braut und wählt zur Darstellung dieser Haltung das Gefolge der Braut, die Brautjungfern als Beispiel; sie haben für das notwendige Bereitsein Sorge zu tragen.
In ihrer Konsequenz ist die Geschichte von den zehn jungen Mädchen mit den brennenden Lampen einleuchtend. Schaut man jedoch etwas genauer hin, dann melden sie Fragen an, die einen nachdenklich machen. Denn alle Mädchen gehen los; alle sind also im Grunde bereit; denn alle haben ihre brennenden Lampen dabei. Zudem freuen sich alle auf die Hochzeit. Schließlich schlafen all aufgrund des langen Wartens ein. Und dennoch sind im entscheidenden Augenblick nicht alle für das festliche Ereignis gerüstet: die einen haben reichlich Öl für ihr Lampen; den anderen ist es wegen des langen Wartens ausgegangen. Das führt nun zu grundlegender Scheidung in „töricht“ und „klug“. Gerade diese Scheidung gibt dem Gleichnis einen tiefen Ernst.
Da dieser Text einen Anruf enthält, der hier und heute an jeden von uns ergeht, tun wir gut daran, unseren Blick vor allem auf jene fünf Mädchen zu lenken, denen das Öl ausgegangen ist. Für die anderen ist ja ohnehin alles gut gelaufen. Dabei möchte ich vor allem auf zwei Gedanken aufmerksam machen. Zuvor nur dieses: Gewiss dürfen wir darauf hinweisen, dass wir alle an Jesus Christus glauben, zu dem wir durch die Taufe gehören. Außerdem beteiligen wir uns alle am Leben der Kirche und versuchen, die Botschaft Jesu zu verwirklichen.
Doch genau hier meldet sich, so meine ich, die erste Nachfrage an: Können wir mit Sicherheit sagen, dass wir die Botschaft Jesu leben? Von außen her mag es so erscheinen. Doch wie sieht es in uns aus? Bei objektiver Betrachtung stellen wir doch fest: Je älter wir werden, je mehr wir durch den ganzen Stress, durch die vielfältigen Belastungen in Familie und Beruf gefordert werden, das heißt: je länger der weg wird, den wir in unserem Leben zurücklegen, desto mehr treten andere Dinge in den Vordergrund, und vieles wird uns wichtiger. Wir brauchen uns nur zu fragen: „Woran hängt augenblicklich mein Herz? Was macht mich nervös? Wann und weshalb kann ich nachts nicht schlafen? Welche Motive bestimmen mein Handeln? Haben sie etwas mit dem Himmelreich zu tun?
Obwohl wir uns alle als Christen verstehen, ist es durchaus möglich, dass sich in unserem Innern die Akzente verschieben. Nicht selten stellt sich ganz unbewusst der Gedanke ein: „Es wird schon nicht so schlimm sein! Gott ist doch barmherzig! Im Grunde meines Herzens gehöre ich doch dazu! Und wirklich Böses tue ich ohnehin nicht! Aber im Augenblick ist mir dies hier wichtiger! Was Gott von mir erwartet, kann ich ja später immer noch tun! Aber im Moment geht etwas anderes vor!“
Diese Gesichtspunkte zeigen, wie sehr wir uns alle in der Situation jener jungen Mädchen befinden, die lange auf die Ankunft ihres Herrn warteten: Unser Leben dauert eine lange Zeit. Es ist eine lange Wartezeit. Dies bringt leicht mit sich, dass wir abstumpfen, gleichgültiger werden, uns von der Routine des Alltags verschlucken lassen und uns dem weltlichen Geschehen zunehmend anpassen. Immer mehr rollen wir die Fahne des Elans ein, die wir anfangs voll entfaltet in das Leben hinausgetragen haben.
Hinzu kommen Enttäuschungen, die aus dem Glaubensleben erwachsen: „Was bringt es denn wirklich? Warum lässt sich Gott in meinem leben so wenig erfahren? Und wenn ich mich zum Gebet aufraffe, rede ich dann nicht immer nur gegen Wände, von denen meine Stimme wie ein Echo zurückschallt? Allein vermag ich ohnehin nichts verändern!“ Hier erahnen wir etwas von dem Öl, das uns fehlt.
Damit verbindet sich eine zweite Überlegung. Denn war wir bislang sagten, macht deutlich, dass es nicht um Aussergewöhnliches, sondern um Alltägliches geht. Das Durchhalten im Kleinen und das treue Tun der alltäglichen Dinge, das is5 es, was unsere Lampen am Brennen erhält. Die Geduld miteinander, die Rücksichtnahme aufeinander, die Zeit füreinander, das Verständnis für die die Andersartigkeit des Partners, der Kinder, der Arbeitskollegen, das Einfühlungsvermögen in einen leidenden Menschen, das ist das Öl, ohne das unsere Lampen erlöschen. All das kostet nur ein wenig Liebe. So erweist sich das Öl als die Liebe, ohne die nichts läuft; denn sie ist das Menschlichste, das Selbstverständlichste und Alltäglichste.
Zuweilen sagen wir: „Er hat das Zeitliche gesegnet!“ Damit meinen wir, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Man kann dieses Wort aber auch auf andere Weise verstehen: „Er hat die zeitlichen Dinge gesegnet und ist jetzt eingegangen in die Freude seines Herrn!“ Segnen auch wir das Zeitliche durch unsere Hingabe an das Kleine, Unauffällige und Selbstverständliche, durch unser Hören auf den göttlichen Anspruch im gegenwärtigen Augenblick, durch unser Leben im Hier, Jetzt und Heute. Dann haben wir immer Öl genug; dann sind wir bereit, wenn immer auch der Herr kommt; dann öffnet sich uns das Tor zu ewigen Glückseligkeit wie von selbst. Amen.

19.11.2017

33. Sonntag im Jahreskreis
Mt 25,14-30
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Wer hat, dem wird gegeben werden. Das erinnert uns sehr an unsere eigene Zeit, wo die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Da hat sich anscheinend seit der Zeit Jesu nicht allzu viel geändert. Wer heute Geld hat der bekommt leicht noch mehr: er erhält ohne Mühe Kredite und Verbindungen, und er ist reich genug, um sich ausrechnen zu lassen, wie man um das Steuerzahlen herumkommt. Auf den aber, der nicht hat, lauern die Haie, um ihm auch noch das Wenige abzunehmen, was er hat.
Auch die Geschichte, die Jesus erzählt, könnte heute spielen. Wir müssen sie nur in die Begriffe des heutigen Kapitalmarktes übersetzen. Ein Talent ist eine Währung, die dem Wert von 40 kg reinem Silber entspricht, d.h. etwa 5000 €. Der Besitzer teilt sein Barvermögen auf drei seiner Mitarbeiter auf. Dem Tüchtigsten gibt er das meiste. Dann verreist er. Er hofft nicht nur, dass er bei seiner Rückkehr sein Geld noch vorfindet, sondern erwartet auch, dass es inzwischen gut gearbeitet und ordentliche Gewinne gebracht hat. Entsprechend groß ist seine Befriedigung über die Mitarbeiter, die es geschafft haben, dass sich das Kapital in der Zwischenzeit verdoppelte. Und entsprechend groß ist sein Ärger über diesen Versager, der das Geld nutzlos unter der Erde dahingammeln ließ.
Das alles soll nun ein Gleichnis dafür sein, wie es im Reich Gottes zugeht? Man muß schon sagen, dass Jesus uns gelegentlich recht harte Nüsse zum Knacken aufgibt. Er tut das offensichtlich mit Absicht. Denn er weiß, dass die Einsicht, auf die wir selbst gekommen sind, besser schmeckt und viel nahrhafter ist als eine noch so wahre Lehre, die uns fix und fertig serviert wird. Deshalb erzählt er gerne Rätsel und Gleichnisgeschichten. Überlegen wir also: Was kann die Geschichte von den Talenten heute für uns bedeuten?
Der nichtsnutzige Diener wird hinausgeworfen in die äußerste Finsternis, wo Heulen und Zähneknirschen ihn erwarten. Wird so etwas schlußendlich auch auf mich, auf uns zukommen? Werden auch wir so unsanft zur Kasse gebeten für alle Versäumnisse unseres Lebens?
Mit dieser Frage, mit dieser Befürchtung, nähern wir uns schon dem nichtsnutzigen Diener, haben seine Haltung beinahe schon übernommen. Denn was ist sein Problem? Problematisch ist nicht, dass seine Leistungen weniger ansehnlich, weniger eindrucksvoll sind als die seiner Kollegen. Das Problem des dritten Dieners ist: Er hat Angst, und diese Angst hat sich hochgeputscht zur höchsten Autorität in seinem Leben. Der „Geist der Verzagtheit“ hat ihn übermannt – so sehr, dass nichts mehr übrig ist vom „Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“.
Er hat also Angst gehabt. Wovor? Vor dem Risiko. Schließlich hätte er ja das Geld auch bei einer ungünstigen Spekulation verlieren können und wäre dann mit leeren Händen vor seinem Herrn gestanden. Es wäre interessant, was der Herr in einem solchen Fall gesagt hätte. Meine Meinung dazu ist, er hätte den Einsatz seines Dieners gelobt und über den Verlust hinweggesehen.
Was ist, wenn wir auf unsere eigenen Talente schauen? Natürlich haben wir nicht alles richtig und gut eingesetzt. Und vielleicht würden wir aus der Sicht unseres heutigen Lebens so manches anders machen. Aber wenn wir ehrlich sind, haben wir auch vieles eingesetzt. Ich bin halt doch der Meinung, dass das Gute, das ein Mensch tut in der Regel seine schlimmen Taten überwiegt.
Aber nun die Frage: Wenn das so ist, warum überwiegt doch manchmal die Angst in unserem Leben und die Verzagtheit? Wo doch der Mensch von Natur aus auf Vertrauen hin angelegt ist.
Vertrauen – das war für uns alle der erste Schritt. Mit einem großen Satz sind wir in dieses Leben hineingesprungen, lange bevor wir auf eigenen Beinen stehen konnten. Säuglinge unterstellen vertrauensvoll: Wenn ich Hunger habe, dann gibt es Milch. Wenn ich schreie, eilen Zuwendung und Trost herbei. Wenn ich lache, finden die Großen das bezaubernd, sind begeistert. Manchmal könnte man auf die kleinen Kinder so richtig eifersüchtig sein, eifersüchtige deshalb, weil sie mehr vom Leben zu wissen scheinen als wir Erwachsene. Und es ist immerhin interessant, dass Jesus einmal gesagt hat: „Wenn ihr nicht werden wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“.
Leider können wir diesen Glauben der frühen Kindheit nicht festhalten. Wer weitergeht, ins Leben hinein, wird erfahren: Das Vertrauen kann schwach werden, kränkeln, verkümmern. Gegenkräfte treten auf den Plan, greifen das Vertrauen an und zersetzen es, höhlen es aus.
Können wir zurückfinden zu jenem kindlichen Vertrauen, das uns Jesus bei seinem Umgang mit den Kindern so sehr ans Herz gelegt hat? Können wir Gott gegenüber zu jenem vertrauensvollen Verhalten finden, wie es die Kinder zu Vater und Mutter haben?
Unser Vertrauen muss zusammengehen mit unserer Freude und Dankbarkeit über die Talente, die Gott uns gegeben hat. Nein, wir gehören nicht zu denen, die die Talente eingegraben haben, obwohl wir manchmal in Gefahr sind, sie zu verstecken. Vielleicht fehlt uns manchesmal auch ein gesundes Selbstbewußtsein, die Freude an unserem Christsein und an unserer Berufung, vielleicht fehlt uns die Freude darüber, dass Gott uns etwas zutraut und das er von uns erwartet, dass unser Christsein eine Ausstrahlung hat. Es geht darum die Frohe Botschaft in unserem Leben sichtbar werden zu lassen.
Und was uns noch fehlt ist das Bewußtsein, dass durch unser christliches Leben in unserer Welt etwas bewegt wird. Es wäre interessant, zu wissen, welche Wirkungen etwa unser Gebet hat, wie vielen Menschen Gott auf Grund unseres Betens besondere Gnaden schenkt, es wäre interessant zu wissen, wie sich das Gebet vieler Menschen für uns in unserem Leben ausgewirkt hat. Wir werden es einmal erfahren und darüber staunen.
Aber jetzt, in diesem Leben, in dem uns viele Zusammenhänge noch verborgen sind, sollen wir doch die Gewißheit in uns tragen, dass unser Leben eine Bedeutung hat, eine einmalige Bedeutung und dass wir Gott dankbar sein dürfen für die vielen Gaben und Talente, die er auch uns gegeben hat. Setzen wir sie ein, schaffen wir die Voraussetzungen, dass Gott unser geringes eigenes Tun als annimmt und es ergänzt durch die Gaben, die nur er schenken kann.
Alles ist Gnade. Aber die Mitwirkung mit dieser Gnade geschieht durch unsere guten Werke, durch den Einsatz unserer Persönlichkeit, um Christus, wie Paulus es einmal gesagt hat, in seiner vollendeten Gestalt darzustellen.
Wir wollen in Dankbarkeit gegenüber Gott und seinen Erwartungen an uns diese Heilige Messe feiern an deren Schluß der Sendungsauftrag steht: lebt so, dass Christus durch euch in dieser Welt sichtbar bleibt. Amen.

P.Paul Mühlberger SJ

26.11.2017

Christkönig
Mt 25, 31-46
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Als das Christkönigsfest 1925 anlässlich des Heiligen Jahres von der Kirche eingeführt wurde, da war die Zeit der meisten irdischen Könige vorbei. Mit ihnen war verschwunden, was früher den Menschen Halt und Sicherheit geboten hatte. Nach dem ersten Weltkrieg schien die Welt aus den Fugen geraten. Die Wirtschaft lag am Boden, Hoffnungen waren zerschlagen, von der Zukunft erwartete sich kaum noch jemand etwas Besseres. In dieser verworrenen Lage versuchte die Kirche jenen Orientierung zu geben, die sich nicht mehr auskannten und nach einem Sinn für ihr Dasein suchten. Nicht alles ist zerbrochen, so lautete ihre Botschaft. In dem ganzen Durcheinander gibt es einen sicheren Fels. Der Erlöser hat sich nicht abgemeldet. Auf ihn ist auch dort noch Verlass wo alle anderen Mächte ihre Bedeutung verloren haben. Die Könige dieser Welt mussten in der Mehrheit ihren Thron verlassen, der König Christus aber hat nicht abgedankt. Er herrscht, sein Königtum hat Bestand, nichts und niemand auf der Welt kann seine Herrschaft beeinträchtigen.
Wir haben eben die Magna Charta der christlichen Barmherzigkeit, das Grunddokument von Nächstenliebe und Caritas gehört. Die hohe Bedeutung und der dringende Verpflichtungscharakter dieses Textes wird auch deutlich aus seiner Stellung am Ende des Matthäusevangeliums; dort stehen die letzten Worte und Aufträge Jesu vor seiner Passion; sie haben alle besonderes Gewicht. Vor allem die kühne und überraschende Gleichsetzung des triumphierenden und wiederkehrenden Weltkönigs und höchsten Gerichtsherrn mit den Ärmsten und Geringsten dieser Erde macht die Dringlichkeit dieses Appells zur Nächstenliebe deutlich.
Viele Christen handelten und handeln danach. Im Ausüben und Vollführen und Tun der sieben Werke der Barmherzigkeit legten und legen alle bekannten und unbekannten Heiligen der Nächstenliebe ein gewichtigeres und beredteres Zeugnis von der Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft ab als Kaiser, Könige dieser Welt. Und wir sind davon überzeugt, dass ohne diese hohen Maßstäbe christlichen Lebens und ohne die Menschen, die danach leben, unsere Welt in vielem schlimmer aussähe.
Es ist interessant, dass die Gerechten sich dessen gar nicht bewußt waren, dass sie mit ihrem Gutsein und Guttun auch gleichzeitig einen Gottesdienst verrichtet haben, genauso wie die auf der linken Seite die Zusammenhänge zwischen ihrem Tun und der Forderung Gottes nicht begriffen haben.
Irgendwie hat uns Jesus ja unseren Gottesdienst leichtgemacht, indem er alle guten Taten unseres Lebens als ihm selbst erwiesen erklärt.
Damit leistet dieses Evangelium eine sehr weite und, wie ich meine, tröstliche Definition vom christlichen Leben; ich könnte mir vorstellen, dass es sich an Gläubige wendet, die Glaube und Religion recht eng auffaßten und auf Frömmigkeit, Gebetsleistungen, Gottesdienstteilnahme beschränkten. Solche Engführungen hat es immer wieder gegeben. Demgegenüber faßt Jesus Glaube und Frömmigkeit sehr weit: Glaube vollzieht sich und bewährt sich in der Welt. Gottesdienst ist auch Weltdienst. Wenn ich bewußt zu meinen Aufgaben und Rollen stehe, wenn ich sie in Verantwortung zu Schöpfung und Mitmensch ausführe, wenn ich in Partnerschaft und Solidarität mit meinen Mitmenschen umgehe, habe ich etwas vom Wesen des Christentums erkannt und lebe es bereits.
Der Weltgerichtsrede geht es also um wichtige Voraussetzungen für die gelebte Nächstenliebe: Die Bejahung der Welt und des Lebens, die Zuwendung zu Welt und Alltagsgeschehen, die Offenheit und wache Bereitschaft, die Schärfung unserer Sinne für die Erfordernisse des Augenblicks.
Es geht um die Sensibilität im Umgang miteinander, das erkennen, wo Hilfe, Zuspruch, Begleitung und Solidarität nottun; die Geistesgegenwart, im rechten Augenblick das Rechte zu tun, ich auch ein biblisches Ideal.
Es muss auch auffallen, dass den Gerechten des Gerichts erst im Rückblick, im Nachhinein, aufgeht, wie bedeutsam manche Augenblicke und Situationen ihres Lebens waren. Erst im Rückblick stellen sie fest, dass sie Christus begegnet sind; erst im nachhinein wird ihnen klar, wo sie Zentrales und Fundamentales erlebt und vollzogen haben. In der Situation selbst blieben ihre Augen gehalten, erkannten sie den wahren Stellenwert ihrer Situation keineswegs.
Die ist die tröstliche Botschaft für uns: Lebensrätsel und Lebensfragen lassen sich nicht sogleich beantworten und entwirren; Gottes- und Christuserfahrung sind nichts Alltägliches, Abrufbares und Planbares; erst im Nachhinein, im Nachdenken, im Reflektieren auf das Leben zeigt es sich, wo sich eine solche Erfahrung unbemerkt vollzogen hat. Aus Rückschau und Reflexion kann Glauben werden, aus diesem gläubigen Zurückschauen vieler Menschen und Gruppen ist die Bibel entstanden.
So ist es für unser gläubiges Leben immer wieder erforderlich, bewußt Rückschau zu halten auf kleine und große Abschnitte unseres Lebens, auf den Tag bei der abendlichen Besinnung, auf die Woche beim sonntäglichen Gottesdienst, auf größere Lebensabschnitte in Tagen der Besinnung. Vielleicht machen auch wir dann manch überraschende Entdeckungen, wo wir Christus gedient haben, wo wir ihm begegnet sind.
Diese fundamentale Erfahrung des Glaubens und des gläubigen Lebens geben auch die Legenden wieder, die sich um zwei unserer beliebtesten Heiligen ranken, um den Hl. Martin und dem Hl. Christophorus.
Dem Hl. Martin wird erst im Traum deutlich, dass der Bettler am Stadttor, mit dem er den Mantel geteilt hat, Christus war; darauf ändert er sein Leben. Der Hl. Christophorus ist sein ganzes Leben lang auf der Suche nach dem wahren Herrn und König der Welt. Ganz am Ende seines Lebens, als er ein kleines Kind über den Fluß getragen hat, erkennt er, wer der wahrhaft Größte ist im Reich Gottes; er nimmt die Taufe und dient von nun an dem König, der sich für uns am Kreuz erniedrigt hat und der uns begegnet im Geringsten der Mitmenschen, im Kleinsten der Mitmenschen.
Es gibt kaum eine andere Stelle im Evangelium, die in solcher Radikalität und Eindringlichkeit die Mitmenschlichkeit in den Vordergrund stellt und damit Jesu Liebesgebot in einer Weise illustriert, wie man es sich dichter kaum vorstellen kann. Menschendienst ist Gottesdienst; menschliche Wärme und Zuwendung wird nicht nur gelobt, sie ist das Einzige, was im Gericht bestehen kann. Jesus selbst hat uns vorgelebt, was in seinem Gericht sich als gültig, als richtig erweist. Ihm ging es in seinen Worten und in seinen taten immer darum, den Menschen in die Mitte zu stellen. Der Mensch soll leben können, aufrecht und befreit von seinen fesseln und Krankheiten. Jesu Anliegen war es, dem Menschen seine ursprüngliche Würde wiederzugeben, die er entweder aus eigener Schuld verschleudert hat oder die ihm andere weggenommen haben. Dieses neue Leben wird spürbar, wo Menschen nicht mehr gegeneinander, sondern mit- und füreinander leben. Wer Jesus begegnete konnte aufatmen, ahnte etwas von der Kraft dieses Lebens.
Schauen wir unseren Herrn und König an und entdecken wir dabei unseren Bruder, unsere Schwester. Schauen wir den Bruder und die Schwester an und entdecken wir dabei in einer neuen Weise unseren Herrn und König. Dann ist es recht, ihn zu loben und anzubeten. Er macht uns das Herz weit zur Gottesliebe und gleichzeitig sendet er uns zu den Menschen. Ihm sei die Herrlichkeit und die Herrschermacht in Ewigkeit. Amen.

P. Paul Mühlberger SJ

03.12.2017

1. Adventsonntag
Jes 63,16b-17
Mk 13,24-37
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Wir leben nicht mehr in einer sichern Welt. Vieles ist ins Wanken geraten, was früher als sicher galt. Die Gedanken der Apokalypse des Johannes von der wir in den letzten Tagen des Kirchenjahres gehört haben, sind uns gar nicht mehr fremd. Überall in der Welt entdecken wir die Spuren des Bösen. Und das nicht nur in der Welt der Terroristen in ihren verschiedenen Gliederungen, sondern auch in unserer westlichen Hemisphäre. Was auf der einen Seite Terror ist, ist bei uns Glaubenslosigkeit, Zügellosigkeit oder können wir nicht gar schon sagen: Sodom und Gomorrha ist wieder aktuell geworden? Und so müssen wir aufgerüttelt, wachgerüttelt werden durch all die Unsicherheiten unserer Tage.
Und da der Advent den Gedanken der Erwartung enthält, müssen wir uns auch fragen, was wir denn wirklich erwarten, was wir erhoffen. Viel steht da heute im Weg. Im Blick auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und vielfach auch im Blick auf unser persönliches Leben scheint Resignation oder gar Verzweiflung die nahe liegende Antwort zu sein. Es gibt da ja auch die Untiefen im eigenen Herzen, die tiefsitzenden Enttäuschungen, das eigene Versagen. Die Hoffnungen ersticken einem im Herzen, wenn man es wagt, die Augen aufzumachen, wenn man nicht zufrieden ist mit dem kleinen Wohlstand, den man sich vielleicht herausschneiden kann aus der allgemeinen Misere.
Von all diesen Erfahrungen brauchen wir nicht abzusehen, wenn wir Advent feiern wollen. Er wäre falsch verstanden wollten wir ihn nur dazu nützen aus unserer Wirklichkeit in die Welt einer bloß kindlichen Weihnachtsvorfreude. Treffen sagt Isaias in der heutigen Lesung: „Wir sind alle Unreine geworden. Wie ein schmutziges Kleid ist unsere Gerechtigkeit.“ So hart setzt der Prophet ein. Er sieht das Elend seines Volkes in der Gefangenschaft, das eigentlich nichts mehr zu erwarten hat.
Und da erinnert er an die Großtaten Gottes. Mit großes Sehnsucht blickt er rückwärts: Was waren das doch für Zeiten! Damals stand Gott zu seinem Volk. Aber jetzt? Er scheint sich zurückzuziehen. Er ist entschwunden. Die Klagen und Gebete erreichen ihn nicht mehr. Er hat uns preisgegeben.
Erkennen wir uns da nicht wieder? Wie viele klagen: Gott kümmert sich scheinbar nicht mehr um seine Welt, unser Beten scheint vergeblich zu sein. Bei Isaias weckt die Klage aber nicht Resignation, sondern wird zu einem Impuls neuer Hoffnung. Es ist doch auch unsere Erfahrung: Wenn wir am Ende zu sein scheinen, dann gibt es oft nur noch zwei Möglichkeiten: Wir geben uns auf, oder die Stunde der Ohnmacht wird gerade zur Stunde des neuen Aufbruchs, der neuen Hoffnung. „Reiß doch die Himmel auf, und steig herab, dass die Berge vor dir erbeben!“ Das ist nichts Idyllisches oder Niedliches. Da reicht kein billiger Trost, der uns weiterschlafen lässt. Da geht es auch nicht um ein paar gemütliche Adventsstunden, sondern um die Grundausrichtung unseres Lebens. Damit ist nichts gesagt gegen einen stimmungsvollen Advent. Aber er muss uns dazu dienen, dass wir uns besinnen, wofür wir da sind, wonach wir uns ausrichten, was für uns wichtig ist; sonst ist der Advent nur eine fromme Flucht, die uns nicht weiterbringt.
Isaias schreibt weiter: „Du bist unser Vater, unser Erlöser von alters her.“ Diese Stelle ist eine der wenigen im Alten Testament, wo Gott „Vater“ genannt wird. Die Erinnerung an den Vater und Erlöser von alters her wird zur Hoffnung. Die Hoffnung wird zur Gewissheit: „Du kommst denen entgegen, die recht handeln.“
Doch das werden wir nur erkennen, wenn wir uns selbst auf den Hoffnungsweg machen. Wach müssen wir sein, aufgeweckt müssen wir werden. Wach sein müssen wir, damit wir die Zeichen der Zeit erkennen, damit wir uns nicht einlullen lassen von Propaganda und Reklame, damit wir nicht dem allgemeinen Klima der Resignation verfallen. Diese Resignation ist ja wie ein schleichendes Gift, das wir wie unsere Atemluft atmen und das uns erstickt. Und dann haben wir schnell die Sündenböcke für unser eigenes Fehlverhalten.
Aufmerksamkeit und Wachheit wie Jesus sie meint, bedeutet zunächst einmal mit allen Sinnen da zu sein. Jesus lebte diese Weise der Aufmerksamkeit. Er sah die Lilien auf dem Feld, er hörte die Vögel des Himmels, roch den Sauerteig, schmeckte Brot und Wein, fühlte die Nähe der Menschen. Weil er das alles konnte, wurde ihm die ganze Schöpfung zum Schauplatz und auch zur Nähe Gottes. Die Aufmerksamkeit der Sinne verbindet somit Himmel und Erde.
Eine neue Form der Wachsamkeit, wie Jesus sie lebte, ist die Wachsamkeit des Herzens. „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, so spricht der Fuchs zum Kleinen Prinzen bei St. Exupery. Hier geht es um das Sehen aus unserer Mitte, aus der Herzensmitte heraus. Jesus selbst sah die Welt mit den Augen des Herzens. In den Kranken sah er die Möglichkeit des Heils und über den gefangenen die Freiheit hereinbrechen. In den trauernden fühlte er die kommende Freude und selbst bei den Toten sah er das Leben. Im Versagen der Menschen sah er die „felix culpa“, die glückliche Schuld.
Die Wachsamkeit des Herzens ist gleichbedeutend mit dem tieferen Blick, der den Grund der Dinge ansichtig macht. Jesus sah mit diesen inneren Augen, und so konnte er in jedem Menschen das göttliche Leben erkennen. In dieser Haltung saß er mit Zöllnern und Sündern zu Tisch und rief Fischer, Zeloten und Steuereintreiber in seine Nachfolge. Keine noch so trostlose Krankengeschichte, keine noch so machtvolle Abhängigkeit, kein noch so großes Versagen konnte ihn vom Blick mit dem Herzen abhalten. Dieser Blick mit dem Herzen ließ ihn alle Chancen im Leben eines Menschen sehen.
Die Kunst der Wachsamkeit besteht nun darin, ganz in der Gegenwart zu leben: nicht im Gestern, das lange vorbei ist, und nicht im Morgen, der erst noch kommen wird. Die Kunst der Wachsamkeit bedeutet, den Augenblick ernst zu nehmen, denn er ist die einzige Zeit, in der wir das Leben, die Menschen und Gott erfahren bzw. verpassen können. Den Augenblick leben heißt: in ständigem Blickkontakt mit dem zu sein, das Gott mir über den Weg schickt. Wachsamkeit ist etwas ganz Einfaches, etwas Elementares. Sie meint, sich auf den Alltag einzulassen mit seinen Begegnungen und Herausforderungen.
Was verändert sich nun durch die Haltung der Wachsamkeit im Vergleich zu unserem gewöhnlichen Leben?
Wer in der Weise der Wachsamkeit lebt, lebt weit intensiver als die, die ihr Leben zwischen Bett, Arbeit und Fernsehen sicher und bequem eingerichtet haben. In dieser Haltung erwerbe ich die Gegenwart. Sie ist die einzige Zeit, die mir wirklich gehört. Sie ist der einzige Ort, den ich gestalten kann. Mit der Gegenwart gewinne ich gleichzeitig die Menschen, die Dinge und die Schöpfung, die mir in jedem Augenblick gegenüberstehen. Sie ist die einzige Chance zu lieben und geliebt zu werden. In ihr begegne ich letztlich Gott selbst.
Somit ist die Botschaft des 1. Adventsonntags eine aufrüttelnde; aber nicht eine ängstigende. Sie ist eine Ermunterung zu einem bewussten und wachen Leben, gegründet auf die eigenen Möglichkeiten, die uns von Gott geschenkt sind und auf die helfende Gegenwart Gottes im eigenen Leben. Amen.

P. Paul Mühlberger SJ

10.12.2017

2. Adventsonntag
Mk 1.1-8
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„Anfang der Heilsbotschaft von Jesus Christus“, so hieß es eben im Evangelium, und ich glaube, dass keine Zeit uns mehr aufschließt und empfänglicher macht für diese Botschaft als die adventliche Zeit. Zu keiner Zeit sehnen wir uns mehr nach dem, was unser Leben erhellen könnte, als in dieser Jahreszeit, in der das Dunkel alles beherrscht und das Licht des Tages nur wenige Stunden erhellt. Heilsbotschaft! Wer sehnte sich nicht danach, dass wieder heil wird, was krank und verwundet ist in seinem Leben. Wer sehnte sich nicht danach, dass Glück, Freude und Friede in sein Leben einkehren? Und genau das will diese Botschaft vom Christus, dem Heiland, dem Sohn Gottes, uns immer neu schenken. Sie ist der kostbare Schatz, aus dem wir immer wieder Altes und Vertrautes und doch auch immer wieder Neues hervorholen können.
Wenn wir eine heilvolle Geschichte erzählen können, dann geht es uns wie Kindern: Wir wollen sie und können sie immer wieder hören und beginnen ähnlich wie das Evangelium, ja, so hat das angefangen in der Wüste und mit Johannes, der den Beinamen der Täufer erhielt. In der Wüste, wo kein Laut die Stille durchbricht. In der Wüste, in der nicht nur das Klopfen des eigenen Herzens, sondern auch die leise Stimme Gottes vernehmbar wird. Dort in der Wüste erhebt Johannes seine Stimme: „Bereitet dem Herrn den Weg. Macht seine Pfade gerade!“ Gott will kommen und wird kommen, aber wir müssen ihm einen Weg bahnen. Wir müssen die krummen Pfade verlassen, auf denen wir oft genug gehen, das heißt, wir müssen alles das aus dem Weg räumen, was Gott hindert, zu uns zu kommen. Wir müssen aufhören mit dem ewigen Wenn und Aber und uns klar für ihn entscheiden.
Die Botschaft des Johannes ist eindeutig: Laßt euch taufen! Bekehrt euch, damit eure Sünden vergeben werden! Die Taufe, die Johannes fordert, ist eine Taufe für alle. Alle haben sie nötig. Die soll sinnfälliges Zeichen dafür sein, dass sich die Menschen reinigen wollen von allem Bösen. Das Untertauchen ist wie eine Art Begrabenwerden, so wie es Paulus später deuten wird, ein Begraben des alten Menschen, der der Sünde und dem Bösen verfallen ist, und herauskommen soll ein neuer Mensch, der bereit ist, die Wege Gottes zu gehen. Darum verlangt Johannes nicht nur die Taufe, sondern gleichsam auch das Bad des Herzens, wenn er mit der Taufe die Bekehrung verlangt, Reinigung durch das Bad der Taufe, Reinigung durch das demütige Bekenntnis und Bereitschaft zur Umkehr, das ist Wegbereitung, wie wir sich auch heute noch vollziehen können und müssen, wenn wir Advent, d.h. Gottes Kommen bei uns erleben und erfahren wollen.
Die Leute sind damals in Scharen zu diesem seltsamen Mann am Jordan gekommen. Sie hatten wohl andere Erwartungen als das, was ihnen Johannes sagte. Das Volk Israel wartete auf den Messias und mit ihm auf eine radikale Veränderung der politischen Lage. Sollte etwa Johannes der Erwartete sein? Aber der redete doch ganz anders, als sie es sich vom Messias erwarteten.
Wir warten auf Weihnachten. Es sind nur noch wenige Tage bis zum Fest. Was erwarten wir von Weihnachten? Ein paar freie Tage? Ein schönes, friedliches Zusammensein mit der Familie? Erinnerungen an längst vergangene Kindheitserlebnisse? Worauf hoffen wir? Dass sich Spannungen lösen, auf Besserung er politischen oder sozialen Lage?
Was macht Weihnachten eigentlich so auffallend faszinierend für viele Menschen in unserem Land, auch bei denen, denen der Glaube nichts mehr bedeutet? Ist es nur romantische Nostalgie? Oder vielleicht eine unbewußte, undefinierbare Sehnsucht nach ganz Anderem, eine Ahnung, dass Leben mehr sein muß als das, was wir uns leisten können?
Johannes zerstört mit deutlichen, ja harten und provozierenden Worten die Materialistischen Messiaserwartungen seiner Landsleute. Er fordert sie auf zur Umkehr, zur radikalen Umkehr. Da ist nicht von sozialen und politischen Umwälzungen die Rede; da geht es um die Revolution des Herzens. Johannes bezeugt den Messias als das „Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt“.
Aber, ist das noch die Sehnsucht unserer Zeitgenossen? Ist für viele Menschen von heute die Sünde nicht abgeschafft? Abgeschafft zugleich mit der Abkehr von Gott, der nicht mehr anerkannt wird, dessen Realität in Frage gestellt wird. Die Sünde des Paradieses wiederholt sich immer wieder: der Mensch trennt sich von seinem Schöpfer, er nimmt seine Wirklichkeit nicht mehr ernst, er begeht die Dummheit sich von dem loszusagen, der ihn erschuf und im Dasein erhält. Diese Menschen haben keine Erlösung nötig.
So will uns Johannes in dieser vorweihnachtlichen Zeit auf das Eigentliche, auf das Wichtigste von Weihnachten aufmerksam machen.
Unsere Erwartungen sind anderer Art als jene der Menschen damals. Aber sind sie nicht auch typisch materieller Art? Jesus aber wurde Mensch um uns ein Leben mit Gott zu eröffnen. Die Befreiung, die er meinte und brachte, reicht weiter und tiefer als unsere Erwartungen. Auf diesen einen und einzigen Heilsbringer hinzuweisen und die Menschen zu ihm zu führen war der Auftrag Johannes des Täufers. Darum versprach er nicht das goldene Zeitalter, sondern forderte Umkehr.
Wo immer wir statt dieses Zieles Besitz und Genuß und Ansehen unter dem Menschen als wichtigstes Lebensziel ansetzen, wo wir alles auf diese eine Karte setzen, verfehlen wir den Sinn unseres Lebens. Das galt für die Zuhörer am Jordan damals, das gilt auch für uns.
Und das Kommen des Heilands zu mir, zu einem jeden von uns: es ist unbedingt ernst zu nehmen. Gott möchte den Menschen begegnen, Gott ist wie einer, der vor der Tür steht und anklopft und dem wir oft in unserem Leben nicht öffnen. Gott ist einer, der bei uns ist in allen Situationen unseres Lebens, aber wir bemerken ihn nicht. Gott ist einer, der zu uns sprechen möchte durch all die Ereignisse unseres Lebens hindurch, aber wir haben kein offenes Ohr für ihn. Die Wege Gottes zu unserem Herzen sind oft verschüttet, verschüttet durch vielerlei Dinge, nicht zuletzt durch unsere Sorgen und durch die Probleme, von denen wir immer glauben, dass wir allein mit ihnen fertig werden müssen. Sicherlich ist all unser Einsatz gefordert; aber die nötige Ruhe in unserem Leben schenkt uns doch jene Gewißheit, dass wir auch Gott etwas zutrauen dürfen.
Gäbe es doch in unserem Leben auch immer wieder Gestalten wie Johannes den Täufer, der die Menschen aufrüttelte, der ihnen zwar harte Worte sagte, aber ihnen auch Mut machte, ihre Bekehrung neu in Angriff zu nehmen.
So sind die aufrüttelnden Worte des Johannes nur der Prolog zur Freudenbotschaft, die heute schon in der Lesung angekündigt wurde: dass uns Trost zuteilwird, dass wir keinen Grund mehr haben, uns zu fürchten. Wäre das nicht etwas, das wir vielen Menschen von heute zurufen sollten, denn für viele geht die Botschaft der Weihnacht und des Adventes unter in Geschäftigkeit und im Trubel. Weihnachtsmänner statt dem Christuskind. Und die Krippen, die angeboten werden in allen Größen und Preislagen, sie sind leider zur bloßen Attrappe geworden, zur reinen Staffage. Die wesentlichen Inhalte des Festes sind leider bei vielen verloren gegangen.
Wenn wir selber dem Herrn die Wege zu unserem Herzen bereiten, vielleicht gelingt es uns durch unser eigenes gelebtes Christentum die Herzen so mancher Menschen wieder zu öffnen für das Wesentliche. Amen.

17.12.2017

3. Adventsonntag
Phil 4,4-7
Lk 3,10-18
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Das Weihnachtsfest hat in unserem Leben einen besonderen Stellenwert. Es sind jene Stunden, in denen den Menschen eine Botschaft vermittelt wird, die sie vielfach nicht annehmen wollen. Die Worthülsen, mit denen wir das Fest deuten
machen keinen Eindruck mehr. Der Weihnachtsmann hat dem Christkind die Show gestohlen und die Krippe wird zum Möbel in unseren Wohnzimmern. Und wenn in Steyr das Christkind in Gestalt hübschen jungen Frau auftritt ist das der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Wer denkt da noch an eine Men-schwerdung Gottes, wenn sich selbst die Engl schwer tun mit ihrem „Frieden auf Erden“, einem Frieden, der vielfach gar nicht gewollt wird, weil viele am Unfrieden verdienen.
Aber bleiben wir bei uns selbst? Fragen wir uns nach unserem Glau-ben. Wir haben ihn uns nicht selber ausgesucht, er ist uns mitgegeben wor-den. Unsere Eltern haben uns taufen lassen, wir sind zur Erstkommunion gegangen und wurde zur Firmung geführt. Das war oft dann auch das letzte Mal gewesen, o man in einer Kirche war. Fazit: unser Glauben war nicht un-sere eigene Entscheidung, wir sind sozusagen mit ihm etikettiert worden. Wir sind auch nicht in Situationen gekommen wo es schwer wurde sich zum Christentum zu bekennen, wo man nachteilig behandelt wurde, wenn man sich als Christ bekannte.
Und da werden wir wieder konfrontiert mit diesem Fest.
Ich sage dies im Hinblick auf das Geburtsfest Jesu, das wir in einer Woche feiern. Ist auch dieses Fest für uns ein freudiges Ereignis? Diese Frage lässt mich unwillkürlich an eine bestimmte Stelle in einem der Romane des russischen Dichters Dostojewski denken. Dort heißt es: „Es war schon dun-kel geworden, und das Wetter hatte sich verändert. Wie viele verdrossene Gesichter unter den einfachen Leuten, die von der Arbeit und aus den Ge-schäften hastend heimeilen in ihre Winkel! Ein jeder hat seine eigene trübe Sorge im Gesicht, und in der ganzen Menge war vielleicht kein einziger ge-meinsamer, alle vereinender Gedanke.“
Obwohl sich diese Beobachtung auf ein ganz anderes Land, auf eine ganz andere Zeit mit ganz anderen Menschen und auf eine ganz andere Situa-tion beziehen, umschreiben sie in treffender Weise auch unsere vorweih-nachtlichen Verhaltensweisen. Wie wenig spiegeln sich auf unseren Gesich-tern die hellen Lichterketten und die angestrahlten Schaufenster wider! Wie selten sehen wir ein Lachen oder ein Lächeln selbst bei denen, die mit voll gepackten Taschen heimeilen! Das trifft keineswegs nur für die einfachen Leute zu.
Warum ist das so? Vielleicht dürfen wir darauf antworten: Weil der Inhalt der gefüllten Taschen die trüben Sorgen nicht aus unseren Gesichtern vertreiben kann. Noch tiefer greift die Vermutung: In der ganzen Menge gibt es keinen gemeinsamen, alle verbindenden Gedanken. Mit anderen Worten: In all unseren weihnachtlichen Bemühungen ist uns der gemeinsame, alle vereinende Gedanke verloren gegangen – der Gedanke an das freudige Ereig-nis der Menschwerdung Gottes.
Wie sehr dies zutrifft, zeigt uns der Hinweis, den nicht wenige Eltern ihren Kindern geben: „Wenn du nicht brav bist, dann kommt das Christkind nicht zu dir.“ Dabei bemerken sie nicht, wie sehr sie mit dieser Pädagogik das Geheimnis von Weihnachten missbrauchen und verfremden. Ist denn Gott Mensch geworden, weil wir so brav sind und bei uns alles in Ordnung ist? Gewiss nicht; denn der Grund für Gottes Menschwerdung ist alles ande-re als die Belohnung für unser Wohlverhalten. Vielmehr trifft das Gegenteil zu! Er wurde Mensch, weil wir alle Sünder sind, weil uns Elend, Not und Schuld gefangen halten. Gerade, weil bei uns nichts in Ordnung ist, wurde er Mensch, um uns in all dem, was uns bedrückt und belastet, nicht allein zu lassen. Er wurde Mensch um uns aus diesem Tal der Tränen herauszuführen und uns zu zeigen, was menschenmöglich ist, wenn man sich von ihm an die Hand nehmen lässt. Das ist der weihnachtliche Gedanke Gottes; er ist der tiefste Grund unserer Freude auf dem Weg zum bevorstehenden Fest.
Wie tief diese Freude das menschliche Herz erfüllen kann, zeigt uns der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde inPhilippi. Als Paulus die-sen Brief im Jahre 58 von Rom aus schrieb, saß er bereits vier Jahre im Ge-fängnis und sah mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit seinem Tod entgegen. Die Philipper dagegen standen noch am Anfang ihres Weges als Christen, und dunkle Tage, Gefahren und Verfolgungen lagen unausweichlich auch vor ihnen. Dennoch schrieb ihnen Paulus: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts“.
Die Freude, die Paulus hier meint, ist also alles andere als ein enthusi-astischer Jubel. Sie ist keine Hochstimmung, kein seliges Gefühl, in dem man die ganze Welt umarmen möchte; denn ein solches Gefühl vergeht so schnell wie der Gegenstand, an dem man sich freut.
Die Freude, zu der uns Paulus aufruft, ist anderer Art. Es ist eine Freude, die die Augen nicht vor der Vergänglichkeit, vor dem Tod und der Zerfall verschließt. Diese Freude übersieht auch diejenigen nicht, die sich heute nicht satt essen können. Zudem weiß sie um all diejenigen, die sich ein-sam und verlassen fühlen. Sie vergisst nicht jene, die ohne Hoffnung in unse-ren Krankenhäusern liegen. Dennoch bleibt sie sich bewusst, dass weder das persönliche Leid noch das ganze Elend der Welt ewig dauert; denn sie lebt aus dem unverbrüchlichen Glauben, dass der menschgewordene Gott in all das eingegangen ist, dass er es durchgelitten und überwunden hat, so dass der Tod nicht das letzte in unserem Leben ist. Daher betet die Kirche gerade in diesen Tagen: „Zeige uns den rechten Weg durch die vergängliche Welt, und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche.“
Dieser Blick auf das Unvergängliche schenkt uns mit der Freude eine innere Gelassenheit, die die eigenen Mühen zwar ernst, aber nicht zu ernst nimmt. Sie kennt das Elend, aber sie lässt sich von ihm nicht erdrücken. Sie spürt die Sorgen, aber sie lässt sich von ihnen nicht auffressen. Das mag ein wenig befremdlich klingen. Doch das Eigentümliche ist, dass Gott uns sagt, wir seien in jedem Fall für die Freude geschaffen. Wenn man die Freuden dieser Welt verlassen muss, dann nur, um größere zu finden. Das bestätigt eine kleine Notiz, die mir in einmal in die Augen fiel. Sie macht darauf auf-merksam, dass es in der Weltliteratur kein Buch gibt, in dem so viel wie in der Bibel von der Freude die Rede ist. 2800- mal komme sie darin vor. Sollte uns das nicht nachdenklich machen?
Weihnachten – ein freudiges Ereignis! Wir schenken, weil sich Gott geschenkt hat. Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. Wir dürfen gelöst sein, weil Gott uns erlöst hat. Eine Freude, die nur im Gefühl besteht, lässt uns am Ende der Weihnachtstage sagen: „Schade, jetzt ist wieder alles vor-bei!“ Die Freude aber, zu der uns Paulus aus dem Gefängnis heraus aufruft, bleibt, auch wenn die Weihnachtstage vergangen sind. Auch in den dunkels-ten Stunden unseres Lebens will sie uns ermutigen und Tragen. Von dieser Freude sagt Jesus in seinen Abschiedsreden, dass nichts und niemand sie uns nehmen kann.
Einen Satz sollten wir uns aber noch einprägen und mitnehmen. Den Satz, wo Paulus sagt: „Eure Güte werde allen Menschen bekannt“. Freude kann auch weitergeschenkt werden. Und das ist ja unsere besondere Aufgabe als Christen, dass wir das weiterschenken, was Jesus uns gebracht hat, dass die Menschen, die uns begegnen, etwas von der Güte und Menschenfreund-lichkeit Gottes erfahren dürfen. Amen. PM.

24.12.2017

Christmette
Tit 2,11-14
Lk 2,1-14
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Was soll ich Ihnen in dieser nächtlichen Feier über das Weihnachtsfest sagen, dass sie nicht ohnehin schon wissen. Die Botschaft ist bekannt, unsere Weihnachtskrippen stellen die Szene in vielfacher Weise dar und auch die Filmindustrie hat das Geschehen mehr oder weniger anspruchsvoll dargestellt. Und somit ist das Weihnachtsfest zu etwas geworden, dass wir mit einer gewissen Routine feiern: Aufputzen des Christbaumes, Aufstellen der Weihnachtskrippe, Abendessen mit seinen Lieben und dann die Bescherung. Möglicherweise auch noch das Absingen von „Stille Nacht“, wenn es die Familie noch schafft. Ja fasst hätte ich den Besuch der Mitternachtsmette vergessen. Das Kapital für die Geschenke ist aufgebraucht, bei etlichen Menschen ist das Konto sogar überzogen worden, aber Hauptsache es sind alle zufrieden. Aber ist das alles?
Nicht umsonst lässt uns die Kirche die großen Geheimnisse unseres Glaubens jedes Jahr in einem reichen Zyklus feiern, weil wir Menschen immer wieder diesen Anstoß brauchen, der uns wieder einmal ins Bewusstsein ruft, was es mit unserem Leben und mit unserer Beziehung zu Gott auf sich hat.
Es ist gar nicht so einfach für uns geschäftige Menschen in diesen Tagen zum Kern des Weihnachtsfestes vorzustoßen. Die Botschaft ist uns zu vertraut, als dass sie uns in ihrer ganzen Tragweite noch ansprechen könnte. Jedes Jahr versuchen wir uns in Stimmung zu bringen und es gelingt uns nicht. Vielleicht deshalb nicht, weil wir in Versuchung sind, das Geschehen der Heiligen Nacht zu sehr zu verniedlichen. Möglich auch, dass der eigentliche Weihnachtstag für viele in einem Erschöpfungszustand erlebt wird nach all den Rennereien und dem Suchen nach den passenden Geschenken.
Was aber erzählt uns das Evangelium wirklich für diese Nacht? Da wird einmal gesagt, dass eine Familie unterwegs ist, nein nicht auf einer Vergnügungsreise, sondern unter beschwerlichen Umständen. Eine schwangere Frau ist es und er ermüdeter einfacher Mann, die da nach einer Herberge suchen. Nach einem kleinen Platz, wo sie sich ausruhen können und wo die Frau in Ruhe ihr Kind zur Welt bringen kann.
Wir kennen alle das Suchen nach einem Platz – es ist meist der Parkplatz, der in diesen Tagen Mangelware war. Wir werden auch immer mit Menschen konfrontiert, die keinen Platz haben, mit den Flüchtlingen, den Heimatlosen. Und nicht zu vergessen all jene Menschen, die zwar eine Wohnung, vielleicht sogar ein schönes Haus haben aber in zerrütteten Verhältnissen leben. Und – haben wir selber eine Heimat? Werden wir nicht in unserem Alltag gejagt und gehetzt, so dass auch wir keinen Platz mehr finden zum Ausruhen? Was uns quält sind Zukunftsängste, die täglichen Probleme, Konflikte und der alltägliche Kleinkram. Da haben wir kein Gehör mehr für jemand der bei uns anklopft und bei uns eine Bleibe sucht, selbst wenn es Gott selber wäre.
Aber auch wenn wir für Ihn keine Zeit haben, wenn wir besetzt sind von unseren eigenen Sorgen und Problemen, Gott geht trotzdem immer wieder auf uns zu. Auch wenn wir ihn in unserem Leben an den Rand drängen, er gibt dennoch nicht auf. Und wenn viele Menschen unserer Tage ganz offensichtlich von Gott nichts mehr wissen wollen oder mit ihm nichts mehr anfangen können: er klopft immer wieder bei uns an. Das ist Weihnachten: Gott gibt nicht auf in seinem Bemühen um uns Menschen. So sehr liegen wir ihm am Herzen.
Und was bemerkenswert ist: Gott macht nicht einmal ein Drama daraus, dass wir Menschen ihm nicht den gebührenden Raum anbieten. Er hat sein Kommen lange angekündigt durch seine Propheten, durch Johannes den Täufer zuletzt. Trotzdem ist nichts vorbereitet und kein Platz da, als er kommt. Und wie reagiert Gott? Als ob es das Selbstverständlichste wäre, kommt er in einer Viehkrippe zur Welt. Wir haben zwar in unseren Weihnachtserzählungen ein kleines Drama aus der Herbergsuche gemacht; aber im Evangelium selbst spielt sie fast gar keine Rolle. Nur in einem Nebensatz wird erwähnt, dass in der Herberge kein Platz war. Mit so viel Verständnis begegnet Gott uns Menschen. Er nimmt es fast gleichmütig hin, dass für ihn in dieser Welt kein Platz ist außer in einem Stall. Er will uns trotzdem begegnen, auch wenn uns in unserer Weihnachtsvorbereitung vieles andere wichtig ist, aber Gott oft nur eine Nebenrolle – wenn überhaupt – spielt. Er nimmt den Platz den er bekommen kann, Hauptsache, er kann bei uns Menschen sein.
Um uns nicht zu viel in Gefühlen zu baden: es entsteht doch die Frage: Wie reagieren wir auf dieses Geschehen, dass ja in seiner Einmaligkeit vor 2000 Jahren schon geschehen ist und für uns sich zigmale wiederholt hat? Überlassen wir diese einmalige Tat Gottes nach den Feiertagen wieder der Vergessenheit oder stellen wir uns in unserem Leben darauf ein? Nehmen wir diesen anklopfenden Gott ernst oder begnügen wir uns mit der weihnachtlichen Stimmung?
Das Weihnachtsgeschehen sollte lebendig bleiben. Gott möchte uns nicht als bloß Zuschauer und Bewunderer, sondern als Agierende. Die Botschaft vom liebenden und menschenfreundlichen Gott sollte durch jeden von uns weitergetragen werden. Die Menschen, die uns begegnen sollten ein wenig von dieser Liebe Gottes spüren können. Das wäre unsere Aufgabe in unserer Welt. Wir stellen uns sehr oft bei so manchen Ereignissen die Frage: Wo ist denn da Gott, warum tut er nichts, warum hilft er nicht dem Elend in der Welt ab? , Macht
Diese Frage müssten wir an uns selber richten in scharfem Gegensatz zum armen und machtlosen Kind in der Krippe steht unser Streben nach Macht und Besitz, angefangen von der Familie bis hinein in die große Politik.
Gott möchte unseren Beitrag, wir sind dazu berufen seine Botschaft in dieser Welt lebendig werden zu lassen.
Wir räumen nach den Feiertagen die Krippe wieder weg; aber die Krippe in unserem Herzen soll bleiben. Das ist der Platz wo Gott in uns wohnt, wo wir ihn immer ansprechen können, wo wir einen lebendigen Kontakt zu ihm aufbauen können. Gelingt uns dies, dann werden auch wir ein wenig die Welt verändern können und Gott in ihr den ihm zustehenden Raum schaffen. Amen.
PM